So manch einer hat ein altes oder schlecht gestochenes Tattoo, eine „Jugendsünde“ , wie z.B. den Namen des/r Ex Freund/in, Symbole oder andere Motive mit denen man sich nicht mehr identifizieren kann oder einfach ein zu klein gewähltes Motiv, das nicht auf den Körper angepasst ist und somit keine gute Wirkung hat oder schlichtweg so missgestaltet ist, dass ein Aufarbeiten nicht unbedingt sinnvoll ist.
Da bietet sich der Weg eines Cover up's, also einer Übertätowierung an.
Cover up's können trotz allem teurer sein, als ein neues Tattoo, da übertätowieren erfahrungsgemäß viel aufwendiger ist.
Was muss ich bei der Auswahl des neuen Cover up-Motivs beachten?
Ein Cover up-Motiv muss grundsätzlich grösser sein, als das zu überdeckende Tattoo, da das neue Motiv in den meisten Fällen dunkler werden muss, um das darunter liegende verschwinden zu lassen; man kann keinen kleinen dunklen Fleck mit einem weiteren dunklen Fleck überdecken und erwarten, dass dann daraus ein ansehnliches Bild wird. Je grösser also das abzudeckende Motiv ist, desto mehr Spielraum hat man um hellere Bereiche einzubauen.
Ist es möglich dunkle Farben mit hellen Farben zu überdecken?
Es ist nicht möglich, dunkle Farben mit hellen zu überdecken, auch wenn das manchmal behauptet wird. In den ersten Monaten sieht das alles sehr schön aus, doch nach einiger Zeit wird das alte Motiv unter dem neuen wieder zum Vorschein kommen – auch wenn 10 Mal mit heller Farbe darüber gestochen wird! Alte Farben können nur begrenzt aufgehellt werden.
Man kann immer nur mit gleichen, ähnlichen oder dunkleren Farben abdecken. Dies bedeutet: alles was schon in Schwarz vorhanden ist, muss auch mit Schwarz abgedeckt werden. Man kann auch die Farbe unter der Haut bis zu einem gewissen Grad "mischen", d.h., wenn rot auf grün tätowiert wird, entsteht ein bräunlicher Farbton, rot auf blau etwas violettes, blau auf gelb wird grünlich erscheinen etc.
Ein Cover up wird nicht immer zu 100% dem eigenen Wunsch entsprechen können, da die Gestaltungskraft bei Übertätowierungen begrenzt ist.
Ein Cover up wird nicht immer zu 100% dem eigenen Wunsch entsprechen können, da die Gestaltungskraft bei Übertätowierungen begrenzt ist. Der Tätowierer wird also nach Möglichkeit versuchen, die Linien des zu überdeckenden Motivs in die Linienführung des "neuen" Motivs einzuarbeiten, so dass es darin verschwindet. Je besser der Künstler dies umsetzt, desto heller kann die Tätowierung aussehen.
Was gibt es für geeignete Motive für ein Cover-up?
Abdecken kann man mit allem, was keiner festgelegten Linienführung unterliegt. Zum Beispiel mit Drachen oder Tieren dessen Körperform, Fellstruktur, Federn, Schuppen sich hervorragend eignen. Mit Pflanzen / Blüten, Blattformen und Ranken. Mit diversen Hintergründen / Wasser, Wolkenstrukturen o.Ä.
Tribals oder grosse schwarze Flächen an sich sind allerdings recht schwer zu überdecken.
Deshalb überlegt gut, was Ihr tut. Eine Übertätowierung ist zwar fast immer möglich, aber sollte, wenn man sich seine Tattoo-Idee ausreichend bedacht hat, eigentlich vermeidbar sein.