1. Sonnenbaden:
Gebräunte Haut wirkt sich in zweifacher Hinsicht negativ auf eine Tätowierung aus. Zum einen wirkt ein Tattoo auf stark gebräunter Haut weniger kontrastreich als auf blasser Haut. (Schattierungen verlieren ihre Schärfe, Farben wirken weniger kraftvoll). Zum anderen schadet zu starke Sonnenbestrahlung aber auch langfristig, denn sie bewirkt ein Verblassen der Tattoo - Farben. Das heisst, auch wenn die Sommerbräune nachlässt, bleibt das Tattoo blasser und kontrastloser als vor dem Strandurlaub.
Die Lösung:
Das Tattoo vor dem Sonnenbaden mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen.
Wer trotzdem auf gebräunte Haut nicht verzichten kann, ist mit sehr kontrastreichen Tattoos, wie zum Beispiel, deutlich schwarzen Tribals besser bedient, als mit fein schattierten Realistic - Tattoos oder sehr bunten Tätowierungen, da diese stärker unter UV - Einstrahlung leiden.
2. Sport:
Die Sportler haben es nicht einfach, wenn sie sich Tätowieren lassen möchten. Denn eigentlich sollte man während der Heilphase störende Einflüsse wie z.B starkes schwitzen, übermäßige Bewegung und/oder auch `Anrempler` durch Sportkollegen vermeiden. Wird der Wundschorf (Kruste), der sich wenige Tage nach dem Tätowieren bildet, durch starkes Schwitzen aufgeweicht oder durch eine Verletzung abgekratzt, wirkt sich das unvorteilhaft auf die Qualität der Tätowierung aus.
Die Lösung:
Am besten ist, wenn der Tattoo - Termin vor einer Trainingspause vereinbart wird, um so das Tattoo in Ruhe abheilen zu lassen. Wer trotzdem trainieren muss, dem bleibt nichts anderes übrig, als die tätowierte Stelle so gut wie möglich zu schonen und wenigstens nach dem Sport nicht all zu lange duscht, um den Wundschorf nicht zusätzlich aufzuweichen. Bei einer Beschädigung des Tattoos während der Heilphase, müssen unter Umständen mangelhaft abgeheilte Tattoos nochmals nachgestochen werden.
3. Gesundheit:
Es gibt die verschiedensten Probleme gesundheitlicher Art, die den Erwerb einer neuen Tätowierung erschweren können. Davon betroffen sind zum Beispiel Personen, die unter starken Hautproblemen wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechten leiden. Auch Patienten, die beispielsweise aufgrund von Herzerkrankungen Blut verdünnende Medikamente einnehmen müssen, können sich nicht ohne weiteres tätowieren lassen. Das gilt selbstverständlich auch für Bluter, die von Natur aus eine schlechte Blutgerinnung haben. Auch Personen, die aufgrund von Erkrankungen wie Diabetes eine schlechte Wundheilung haben oder an einer Immunschwäche aufgrund einer Hepatitis- oder HIV - Infektion leiden, müssen unter schlechter Wundheilung oder erhöhtem Infektionsrisiko rechnen.
Die Lösung:
Es ist nicht möglich, hier eine Empfehlung zu geben, denn bei vielen Erkrankungen hängt es von der Ausprägung des Krankheitsbildes und der individuellen Konstitution des Einzelnen ab, ob eine Tattoo - Session problemlos möglich ist oder nicht. Wer gesundheitliche Probleme hat, sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten, um eventuelle Risiken abzuwägen.
4. Leberflecken:
Was tun, wenn auf der Körperstelle, auf welcher das Tattoo geplant ist, sich ein Leberfleck befindet? Eines ganz sicher nicht: übertätowieren! Leberflecke können sich unter ungünstigen Umständen zu sogenannten malignen Melanomen, sprich Hautkrebs, entwickeln. Meist kann man einem Leberfleck aber oft an Form, Farbe und Begrenzung ansehen, ob er gut- oder bösartig ist - nur wenn er übertätowiert wird, ist es natürlich nicht mehr möglich, ihn auf diese Kriterien hin zu untersuchen.
Die Lösung:
Wie bereits gesagt: Leberflecken dürfen nie übertätowiert werden! Idealerweise lässt man zwischen tätowierter Haut und Leberfleck sogar noch einen Rand von ca. einem Millimeter, um die Begrenzung des Leberflecks beobachten zu können. Je nach Motiv kann die Vorlage unter Umständen auch so angebracht werden, dass Leberflecke ausserhalb des Tattoos liegen. Eine weitere Möglichkeit Leberfleck - Stress zu vermeiden, besteht darin, schon im Vorfeld störende Pigmentflecken vom Hautarzt entfernen zu lassen. Mit einem Rundskalpell können während einer kurzen, ambulanten Operation die störende Pigmentierung entfernt werden. Dies sollte einige Monate vor dem Tattoo - Termin geschehen, um eine vollständige Abheilung der betreffenden Hautstelle zu gewährleisten.
5. Körperbehaarung:
Auch starke Körperbehaarung kann für das Tätowieren problematisch sein. Wer Putzwolle dichte Haarbüschel auf Brust, Rücken oder Bein hat, tut sich keinen Gefallen, wenn er sich dort fein schattierte Realistic - Motive stechen lässt - denn die Haare wachsen natürlich wieder nach und erschweren je nach Stärke des Haarwuchses den Blick aufs Tattoo. Und es ist auch nicht schön, wenn auf einem tätowierten nackten Pin up - Motiv üppige Brust- oder Beinbehaarung spriesst.
Die Lösung:
Kennen Frauen längst: Rasiermesser, Wachsstreifen, Epilier-Geräte oder Enthaarungscremes rücken der unerwünschten Lockenpracht langfristig zu Leibe und geben den Blick aufs Tattoo frei. Wer zu seiner Putzwolle steht und wem ständiges Rasieren zu aufwendig ist, der sollte auf fein detailierte Tattoo - Motive verzichten und auf deutliche schwarze Tribals zurückgreifen, welche auch unter der Körperbehaarung deutlich erkennbar sind.
6. Narben:
Kann man Narbengewebe übertätowieren lassen? Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten. Es ist durchaus möglich Narbengewebe zu tätowieren, um so von unschönen Narben abzulenken oder diese zu kaschieren. Allerdings verhält sich Narbengewebe anders als normale Haut, abhängig davon ob es eher weich, hart oder wulstig ist.
Die Lösung:
Du solltest auf alle Fälle einen Tätowierer aufsuchen, welcher Erfahrung mit dem Tätowieren von Narben aufweisen kann. Die unterschiedlichen Narbenformen müssen auch von geeigneten Motiven und Farben überdeckt werden. Eines sollte jedoch beachtet werden, Narben sind äußerst heikel zu tätowieren, weil Narbengewebe empfindlich auf Einstiche reagieren kann. Ein erfahrener Tätowierer kann dir auf einen Blick mitteilen, ob es möglich ist, deine Narbe zu tätowieren; und wenn ja, welche Motive geeignet sind.
Fazit:
Es gibt die verschiedensten Kriterien, die bei der Planung einer Tätowierung in Betracht gezogen werden sollten. Das beginnt bei den individuellen Lebensumständen, sei es im privaten Bereich in Bezug auf Sonnenbaden und Sport oder im Beruf, bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, geht weiter über den persönlichen Gesundheitszustand, bei Erkrankungen wie Diabetes oder Bluterneigung beachtet werden müssen und schließt auch die individuelle Hautbeschaffenheit ein, speziell die Körperbehaarung und das Vorhandensein von Leberflecken.
Wer diese Punkte im Vorfeld eines Tattoo Termins für sich durchgeht und beispielsweise zum Schluss kommt, dass er die Hälfte des Jahres knackbraun die Küste von Hawaii mit dem Surfbrett unsicher macht, der sollte sich eben auch für ein Tattoomotiv entscheiden, dass dieses Ausmaß an UV - Bestrahlung wegstecken kann - sonst ist der Frust nach der ersten Surf - Saison sicher. Gleiches gilt für ein ultrafeines Realistic - Tattoo, das nach einigen Wochen unter dichter Körperbehaarung verschwindet. Auch wer gesundheitliche Probleme hat, tut gut daran, im Vorfeld zusammen mit dem behandelnden Arzt zu klären, inwieweit Risiken bestehen und wie man diesen entgegenwirken kann. Grundsätzlich gilt jedoch: Es gibt für nahezu jedes Problem eine Lösung und wenn man nur die für einen selbst passende gefunden hat, muss praktisch niemand auf eine Tätowierung verzichten, mit der er auf lange Zeit zufrieden sein wird!